Wie Zellen miteinander sprechen
Obwohl Experimente oftmals Wochen dauern und trotzdem nicht die erhofften Ergebnisse liefern, liebt Emelie Rieneck ihre Arbeit am Lehrstuhl für Systembiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Hier erforscht sie den Botenstoff Interleukin-6 (IL-6) und geht der Frage nach, wie sich schädliche Entzündungsreaktionen gezielt verhindern lassen. Betreut wird ihre Promotion von Dr. Anna Dittrich und Prof. Dr. Fred Schaper – beides Mitglieder des Forschungszentrums Dynamische Systeme (CDS). Ein Landesgraduiertenstipendium machte ihr die Promotion möglich.
„Man arbeitet manchmal zwei Wochen an einem Experiment und am Ende ist nur herausgekommen, was nicht funktioniert", erzählt die Biologin. Doch die Kombination aus Geduld, Neugier und Problemlösen fasziniert sie an der Forschung. Seit rund dreieinhalb Jahren beschäftigt sie sich mit Zytokinen, die Signale zwischen Zellen weitergeben und die Immunabwehr steuern.
„IL-6 ist einer dieser Botenstoffe. Erleidet man beispielsweise eine Verletzung oder einen Infekt, hilft er eine Entzündungsreaktion auszulösen. Doch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn kann der Körper die Produktion stark erhöhen, was zu Schäden im körpereigenen Gewebe führen kann", erklärt Emelie Rieneck. Hier setzt ihre Arbeit an: Sie möchte herausfinden, wie sich die verschiedenen Signalwege von IL-6 voneinander unterscheiden lassen, um gezielt nur den krankheitsfördernden Pfad zu hemmen, ohne die Schutzfunktion des Immunsystems zu beeinträchtigen.
Wir wünschen Emelie weiterhin viel Erfolg bei ihrer zukunftsweisenden Forschung und drücken die Daumen für viele spannende Erkenntnisse.
